
Saisonendspurt
22. Juli 2026Mit drei Ersatzleuten und einer Energieleistung gelingt den Herren I des TC Mering ein versöhnlicher Abschluss einer verkorksten Saison. In den Doppeln dreht man ein schon verloren geglaubtes Spiel und darf sich am Ende noch über die Vizemeisterschaft in der Südliga 1 freuen.
Ein Bericht von Michael Müller mit Bildern von Sigi Baumüller
Mit großen Erwartungen waren die Herren I des TC Mering in die Saison 2026 gestartet. Nach zwei frühen Niederlagen musste man das große Saisonziel, endlich in die Landesliga aufzusteigen, aber schon frühzeitig begraben. Zum Saisonabschluss stand nun das Nachholspiel gegen die DJK Lechhausen auf dem Programm. Dieses Spiel war Ende Juni an dem Wochenende, an dem ganz Deutschland unter der Rekordhitze litt, abgesagt worden. Nun war die Ausgangslage klar. Mering hatte noch die Chance mit einem Heimsieg Vizemeister zu werden. Der TCA IV stand jedoch bereits vor diesem Spiel als Meister und Aufsteiger fest. Zum Abschluss wollte der TCM zumindest die punktgleichen Kontrahenten aus Gundelfingen und Haunstetten noch überholen. Die Vorzeichen standen allerdings alles andere als gut. Wie in der Vorwoche musste man mit Luca Mayr und Tim Rajewski zwei Stammspieler ersetzen. Und zu allem Überfluss stand auch Routinier Florian Schieferdecker im Einzel nicht zur Verfügung. Stattdessen musste die Heimmannschaft auf drei Spieler der zweiten Mannschaft und der Herren 30 zurückgreifen.

Trotzdem ging man optimistisch in die Partie. Spielertrainer Ermis Tsiantaris zeigte sich gut in Form und gewann sein Spiel ungefährdet (6:1, 6:1). Doch die beiden Ersatzspieler Phillip Seegerer und Marcel Kodabaksch konnten keine Punkte beisteuern. Seegerer unterlag nach gewonnenem ersten Satz (6:3) schließlich unglücklich (2:6, 5:10). Kodabaksch konnte zwar in beiden Sätzen gut mithalten, verlor am Ende aber mit 4:6, 6:7. Merings Nummer 1 Jonas Gerstmayr hatte es diesmal mit einem übermächtigen Gegner zu tun. Gegen den italienischen Spielertrainer der DJK fehlte ihm am Ende auch das Glück. Beide Sätze verlor er erst im Tiebreak. So war es Florian Deiml vorbehalten, den wichtigen zweiten Punkt für den TCM zu holen. Er beherrschte seinen Gegner jederzeit und gewann ungefährdet 6:0, 6:2. Auch der neue TCM-Vorstand Johannes Spengler kam diesmal auf Position 5 zum Einsatz. Doch er musste anerkennen, dass in der Südliga 1 ein rauerer Wind weht, als bei den Herren 30. Gegen seinen Gegner war er chancenlos (3:6, 1:6).
So sah sich der TCM nach den Einzeln plötzlich in einer unerwartet schwierigen Lage. Alle drei Doppel mussten gewonnen werden, um doch noch Vizemeister zu werden. Und die Meringer versuchten alles. Florian Deiml übernahm zusammen mit dem eingewechselten Florian Schieferdecker das Spitzendoppel. Die beiden harmonierten perfekt (6:3, 7:6) und verkürzten insgesamt auf 3:4. Auch im zweiten Doppel lief es für Gerstmayr/Spengler im ersten Satz sehr gut (6:4). Nur im dritten Doppel lagen Tsiantaris/Seegerer zunächst hinten (4:6). Nachdem Gerstmayr/Spengler den zweiten Satz 5:7 verloren hatten, hielten Tsiantaris/Seegerer mit einem gewonnenen Tiebreak die Hoffnungen am Leben. Für die Zuschauer war nun alles geboten. In zwei Match-Tie-Break-Krimis fiel die Entscheidung. Und dabei bewiesen die Meringer ihre große Nervenstärke. Gerstmayr/Spengler siegten 10:7 und Tsiantaris/Seegerer machten mit 10:6 schließlich den Deckel drauf. Man hatte das Spiel tatsächlich noch gedreht und durfte sich über die Vizemeisterschaft freuen.

